2. Die Geisttaufe (– oder anders ausgedrückt:) das Erfülltsein / Getränktsein / voll Heiligen Geistes sein

Wozu soll eine neuerliche Geisttaufe notwendig sein, wenn ich doch auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (wasser)getauft worden bin?

Die Wassertaufe selbst ist neben des Einsmachens mit Tod und Auferstehung Jesu´
mehr ein öffentliches Bekenntnis für die sichtbare und unsichtbare Welt
betreffs meiner Entscheidung und Lebensübergabe an Jesus – weiter nichts!

In dem Moment meiner Bekehrung, als ich von meinem alten Leben umkehrte und Jesus
mein Leben in seine Herrschaft übergab – als ich die Erlösung, die Gott mir mit dem Opfertod Seines Sohnes Jesus anbot, annahm – da empfing ich in meinem Geist den Heiligen Geist. Jesus “hauchte mich(ebenso wie seine Jünger) an”, ich wurde mit dem Geist Gottes in meinem Geist versiegelt.

Johannes 20, 22

Nach
diesen Worten hauchte er sie an und sprach zu ihnen: … Empfangt den
Heiligen Geist!

Der Heilige Geist nahm seinen Sitz in meinem Geist ein, verschmolz mit ihm und
versiegelte mich, damit machte er mich zu einer neuen Schöpfung (2. Korinther
5, 17):

Ist also einer in Christus, ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, ein
Neues ist geworden.

Dadurch wurde ich der göttlichen Natur teilhaftig (2. Petrus 1, 4): Dadurch wurden uns die kostbarsten und größten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie teilhaft werdet göttlicher Natur, die ihr entronnen seid den verderblichen Lüsten in der Welt. …und somit zu einem echten Kind Gottes (Galter 4, 6):

Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater.

Nun bin ich gerettet und das reicht, um beim Vater sein zu können. Dass das Anhauchen der Jünger durch Jesus der Versiegelung mit dem Heiligen Geist gleicht und NICHT die Geisterfüllung selbst war, bestätigen uns auch diese Bibelstellen:

2. Korinther 1, 21-22

21 Gott ist es, der uns stark macht zusammen mit euch in Christus, der uns auch salbte
22 und besiegelte und das Angeld des Geistes uns gab in unseren Herzen
.

Epheser 1, 13 und Epheser 4, 30:

13 In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit vernommen, das Evangelium
eurer Rettung; in ihm fandet ihr auch zum Glauben und wurdet besiegelt mit
dem Heiligen Geist
der Verheißung, 14 der das Angeld ist für unser Erbe,
zum Loskauf seines Eigentums, zum Lobpreis seiner Herrlichkeit.

Betrübt nicht Gottes Heiligen Geist, mit dem ihr besiegelt wurdet zum Tag der Erlösung.

Diese Bibelstellen zeigen, dass jeder, der sich auf die Erlösung in Jesus Christus hin bekehrt, mit dem Heiligen Geist als Angeld auf das ewige Leben versiegelt wird. Er gehört damit zur Gemeinde des Herrn.

Aber der Herzenswunsch Gottes ist es ja, dass wir richtige Nachfolger Jesu werden,
wie seine Jünger, und dem Sendungsauftrag von Markus 16 entsprechen können,
wozu auch das Dienen in den geistlichen Gaben gehört. Dazu benötigt man aber
weit mehr als nur das Verweilen des Heiligen Geistes in unserem Geist. Um so
dienen zu können, muss man sich Gott ganz ausliefern, mit Geist, Seele und
Leib. Gott erhält damit unsere Generalvollmacht, alles, was auch immer Er will,
an und durch uns wirken zu können. Dazu müssen wir mit der Kraft der Höhe
ausgerüstet werden, dem Feuer des Heiligen Geistes. Ihm gehört von da an unser
Leben und die Kontrolle darüber, dafür bekommen wir aber auch alles von Gott,
was wir dann zum Leben brauchen und besonders, was wir für Seinen (unseren)
Dienst benötigen.

Lukas 24, 49

Ihr seid Zeugen dafür, und seht, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch; bleibt  in der Stadt, bis ihr ausgerüstet seit mit
der Kraft aus der Höhe
. …

und

Apostelgeschichte 2, 1-4

1 Als der Tag für das Pfingstfest gekommen war, waren sie alle beisammen am
gleichen Ort. 2 Da erhob sich plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von
einem daherfahrenden gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie
weilten. 3 Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten und
einzeln herabsenkten auf einen jeden von ihnen; 4 und alle wurden erfüllt
von Heiligem Geist und fingen an, in anderen Zungen zu reden, so wie der Geist ihnen zu sprechen verlieh
.

Ebenso wie Jesus nach der Wassertaufe durch Johannes extra noch die Geisttaufe empfing
und erst dann wirksam wurde in der göttlichen übernatürlichen Kraft, so
brauchen auch wir das Ausgefüllt werden mit dem Heiligen Geist, um in seiner
Kraft wirken zu können. Jesus ist und bleibt dabei der Geisttäufer; aber wir
müssen auch darum bitten, d.h. unser Verlangen erklären, dass wir wirklich ganz
ausgefüllt werden wollen mit diesem Geist Gottes. Das beinhaltet unseren
Empfangsglauben mit unserer vorausgehenden gänzlichen Hingabe.

Es gibt hier jedoch einen entscheidenden Unterschied zur Wassertaufe: Das Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist – oder die sog. Geisttaufe – geschieht im Gegensatz zur Wassertaufe nicht nur EIN MAL.

Hier handelt es sich um ein Geschenk, welches wir uns immer wieder neu bei Gott abholen
können.

Leider verdrängen wir in unserem täglichen Stress immer wieder den Heiligen Geist aus bestimmten Bereichen unseres Lebens – und sei es eben nur mal schnell eine nicht ausgesprochene Vergebung oder anderes. So entziehen wir uns ihm immer wieder Stück für Stück. Jedoch merken wir, wenn die angenehme Gesellschaft des Heiligen Geistes in uns immer weniger wird und wir eine neue geistliche Erfrischung und Hilfe benötigen.

Dies ist der Moment, wo wir Gott erneut um eine komplette Auffüllung mit dem Heiligen Geist bitten dürfen – diese Bitte sollte jedoch mit einer aktiven Buße und Bereinigung unseres Lebens bis zu diesem Punkt einhergehen, wie Sündenbekenntnis und aktiver neuer Gehorsam gegen Gottes Wort.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Wassertaufe allein nicht auch die Geisttaufe
ist, findet sich in folgender Bibelstelle, die auch gleichzeitig noch erklärt, wo der Begriff Geisttaufe herkommen könnte:

Zum einen:

Matthäus 3,11

Ich taufe euch mit Wasser zur Bekehrung; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich; ich bin nicht würdig, ihm die Schuhe zu tragen. Der wird euch taufen mit Heiligem Geist und mit Feuer.

und zum anderen

1. Korinther 12, 13

Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft, ob Juden oder Hellenen, ob Knechte oder Freie, und alle sind wir mit einem Geiste getränkt.

Wir sind also alle im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu
einem Leib, d.h. in die eine Gemeinde Gottes (im Geist – Versiegelung bei der
Bekehrung – und im Wasser) hineingetauft, zusätzlich sollen wir aber noch mit
diesem einen (Heiligen) Geist getränkt sein, also genauso voll durchgespült und
durchtränkt werden wie bei der Wassertaufe. Die Wassertaufe durchtränkt uns von
außen, die Geisttaufe durchtränkt uns von innen. Es handelt sich bei der
zweiten aufgeführten Bibelstelle also um zwei verschiedene Vorgänge – zum einen
die Versiegelung durch und zum anderen die Erfüllung mit dem Heiligen Geist!

Und nur wer so voll Heiligen Geistes getränkt ist wie ein nasser Schwamm, wird dann von diesem lebendigen Wasser überfließen und abgeben können an andere Menschen, und dienen können in den Gaben, die Gott von Anbeginn in uns angelegt hatte dafür. Nur so kann Gott uns auch in “die Werke führen, die Er von Anfang an für uns bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen” (Epheser 2, 10).

Dieses Ausgefüllt-Werden mit dem Heiligen Geist (weitere biblische Symbole für ihn
sind Öl, Feuer und [lebendiges] Wasser), oder anders ausgedrückt, das Getränkt-Werden mit dem Heiligen Geist, vollzieht sich ganz einfach. Man muss Gott nur erklären, dass man sich selbst als lebendiges und wohlgefälliges Opfer Ihm hingibt, Sein Jünger sein will und die Kontrolle in seine Hand legen, woraufhin man Gott darum bittet, Geist, Seele und Leib mit dem Lebendigen Wasser (dem Heiligen Geist) zu fluten. Das kann jeder durchaus allein für sich
im “Gebetskämmerchen” tun. Am besten ist es aber doch, man macht das mit einem anderen Jünger (schön ist dabei ein segnendes Händeauflegen) zusammen, der kann dann auch gleich die geistlichen Gaben, die Gott in uns gelegt hat und das Geschenk des persönlichen Sprachengebets mit freisetzen. Manchmal geschehen während dieser Bitte um das Getränkt-Werden mit dem Heiligen Geist sicht- und spürbare Zeichen an Körper und Seele (abgesehen vom persönlichen Sprachengebet), wie z.B. Zittern, Weinen, Umfallen, Lachen, Beugen…, manchmal ist aber auch gar nichts zu spüren. Wichtig ist hierbei aber auch nicht das Spüren von Geistesbewegungen, sondern der Glaube, dass das Wort Gottes die Wahrheit ist – und unser damit verbundenes Annehmen des Geschenkes der Geisttaufe.

Und noch etwas: man muss, um mit dem Heiligen Geist ganz durchtränkt zu werden, nicht besonders heilig sein! Es gibt Makel an uns, die erst von Gott weggenommen werden können, nachdem eine Zeit der Heilung erfolgt ist. Rauchen ist so ein Beispiel.

Die Bibel verheißt uns die Früchte des Heiligen Geistes (Galater 5). Es sind Früchte, die der Heilige Geist (sicherlich unter unserer Bereitschaft und Mithilfe) wirkt – zu seiner Zeit

So sagt das Wort:

Lukas 11, 13

Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater vom Himmel Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!

Ein offensichtlich immer wieder vorkommendes und begleitendes Zeichen bei der Erfüllung des ganzen Menschen mit dem Heiligen Geist scheint dabei das persönliche Sprachengebet, auch oft als „Beten in neuen Zungen“ bezeichnet, zu sein – das ich persönlich als sehr bereichernd für mein geistliches Leben empfunden habe.

Nachfolgendes Bibelstudium dazu soll noch mehr Klarheit in diese oft umstrittene Sache
bringen.

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