DIE TAUFE IM

HEILIGEN GEIST

© 1999 Dy

(Anmerkung zu dieser Themenreihe: Die Texte sind nicht von mir, Julia Berndt. Leider weiß ich den Autor nicht mehr! Bitte kontaktiere mich, wenn du es weißt – dann werde ich den Namen angeben)

Die Kontroverse

Auf den folgenden Seiten werde ich belegen, dass das Thema Geisttaufe und persönliches Sprachengebet durchaus biblisch und vor allem auch im Sinne Gottes sind. Gleichzeitig kenne ich inzwischen viele Christen, die mir im Gegenzug ihrer Meinung nach biblisch belegen, dass Geisttaufe nichts zusätzliches ist, dass Sprachengebet nicht notwendig ist, dass also dieses Thema kurz charakterisiert: “biblischer Nonsens” ist. Noch heftiger sind die Christen, die behaupten, die Geisttaufe wie auch das Sprachenbeten wären satanischen Ursprungs, besonders wenn man sich ziemlich intensiv darum bemüht hat. In dem Fall würde man sich dem Wirken Satans und seiner finsteren Mächte öffnen. Das tut besonders weh; denn dieses Argument besagt ja, dass Jesus wie auch Paulus uns an Satan bzw. den finsteren Mächten verkaufen wollten. Jesus verheißt den Gläubigen als Zeichen ihres Glaubens das Reden in neuen Zungen (Markus 16), Paulus bezeugt, dass er (nach seiner Geiststaufe durch Ananias) mehr in Zungen redet als alle (satanisch?) und versucht bezüglich der Gabe des Zungenredens in der Gemeinde Ordnung in den Gottesdienst zu bringen (1. Korinther 14). Zusätzlich wird charismatischen Christen immer wieder unterstellt, sich für die besseren Christen zu halten. Keiner von uns denkt und sagt das – trotzdem hören es die anderen Christen immer so. Wie kommt das?

Ich war ja nicht immer geistgetaufter Christ – bis 1981 war ich ein ganz normaler wassergetaufter Baptisten-Christ. Ich wollte Gott erleben – bis auf ganz wenige Ausnahmen gelang es mir jedoch trotz aller intensiven Suche nicht. Ich verzweifelte an christlichen Phrasen, die ich in den Kirchen hörte: “Jesus Christus, der selbe gestern, heute und in alle Ewigkeit…”. Ich konnte nicht sehen, dass Jesus in meinem Leben und in unserer Gemeinde das selbe tat, was ER damals, biblisch belegt, tat. Ich rang um meinen Glauben und meine Heilsgewissheit, bis ich schließlich beides verlor. Ich war seelisch sehr krank, kein Christ konnte mir die Hilfe anbieten, die Jesus damals den Menschen zuteil werden ließ… Ich war verzweifelt, während ich gleichzeitig Jesus verlor.

Als ich mich unter Tränen von Jesus, meinem Glauben an Ihn, meiner Hoffnung auf ein Leben mit Ihm (für hier und auch später im Himmel) verabschiedete, war meine letzte Bitte an Jesus:

“Wenn Du wirklich lebst, dann zeig mir das. Wenn Du mich noch willst, dann hole mich zu Dir. Zieh mich aus der Grube in Deine Arme!”

Wochen des Schweigens. Dann gab Gott mir ein durch einen sogenannten Zufall ein Buch in die Hand: “Die glücklichsten Menschen auf Erden”. Während des Lesens begriff ich: Das ist es, das brauch ich! Und so kam ich zu meiner Geisttaufe. So kam ich vom geistlichen Sterben zurück zum irdischen und geistlichen Leben!

Das Erlebnis – die Geisttaufe – war drastisch! Sie war für mich spürbar und der Beginn eines neuen, nicht nur geistlichen Lebens, sondern das Leben überhaupt. Mir ist nachhaltig und spürbar “etwas” geschehen bei diesem Segnungsgebet – wie anderen mir bekannten Christen auch. Der Heilige Geist kam. Er kam mit Kraft und Leben! Er durchflutete mich spürbar innerlich von oben bis unten. Von diesem Zeitpunkt an, war das tote, heilsuchende, um Glauben ringende Christsein vorbei! Ich hatte nicht nur die tiefe Überzeugung der Gotteskindschaft und Heilsgewissheit in dem Moment der Geisttaufe empfangen, mir tat sich auch gleichzeitig eine Tür in die übernatürliche geistliche Welt auf, in der ich mich seither durch den Heiligen Geist bewegen kann und darf.

ETWAS IST GESCHEHEN BEI DER
GEISTTAUFE; ETWAS GUTES!

Ich musste für mich nun klären: War das von Gott, von mir oder von Satan?

Satan scheidet aus, denn durch das nun folgende Wirken-Können in der Kraft des HG, verliert er alles, was Er vorher hatte; ich beraube ihn ständig. Ich scheide ebenso aus, denn die Kraft Gottes lässt sich von mir selbst weder manipulieren noch kontrollieren. Also bleibt nur Gott übrig. ER hat mich beschenkt und ER wirkt durch mich.

Gott hat mir damit Vollmacht und Kraft geschenkt, in Seinem Namen zu agieren, Seinen Willen auf diese Weise in die Realität zu bringen, Wunder zu wirken und – vor allem – mit Ihm tagtäglich zu kommunizieren. Verstehbar mit Gott zu reden. Freude und Freiheit kam in mein Leben, Erkenntnis Seiner selbst und Seines Wortes, Leben kam in mein Leben!!! Das ist eine handfeste
Erfahrung, dich ich gemacht habe seit der Geisttaufe – und diese Erfahrung begleitet mich bis heute und hat nichts von ihrer Intensität verloren.

Wie will ein Mensch das wegdiskutieren können? Ein von Gott auf die erbetene Geisttaufe hin vollzogener radikaler Lebenswandel, der einiges an geistlichen Früchten aufweisen kann – im
Gegensatz zu vorher – , der soll biblisch nicht richtig oder nichtig sein???

Gott zwingt die Geisttaufe
niemandem auf! Wer nicht will, der muss nicht!

Aber biblisch gegen die von mir aufgezeigten Bibelstellen in Verbindung mit den entsprechend dazu nachweisbaren Erfahrungen antreten zu wollen… – das ist Kämpfen gegen Windmühlen.

Und: Lasst uns doch einmal betrachten, wer in unseren Gemeinden in den neun geistlichen Gaben dient? Dies sind keine natürlichen Gaben, über die jeder so verfügen kann wie er will und die man einsetzen kann, wie man es für richtig und fromm findet. Die geistlichen Gaben werden nur durch den Heiligen Geist in uns aktiviert. Wir können sie weder manipulieren, noch nachmachen, noch kontrollieren. Wer hat in unserer Gemeinde prophetische Worte, betet in Zungen und legt diese aus. Wer tut Wunder, heilt Kranke in hohen Quoten und hat den Glauben in dem Maß Gottes. Wer lehrt in der Erkenntnis Gottes, dient mit dem Wort der Weisheit oder ist in der Lage, aus dem Stand die wirkenden Geister zu unterscheiden?

Es tut mir leid; bisher fand ich diese Dienste mit einer gewissen Regelmäßigkeit und nachgewiesenen bleibenden Früchten nur von den Leuten praktiziert, die sich auf die Geisttaufe
eingelassen hatten. Je größer der Raum ist, den der Heilige Geist in uns haben darf, desto größer und stärker wird auch Sein Wirken durch uns sein können. Je mehr wir in Sprachen beten, desto enger wird unsere Verbindung mit Gott sein und desto besser können wir IHN, unseren Herrn, verstehen und in Seinem Willen handeln.

Vor meiner Geisttaufe konnte ich all diese Dinge nicht tun, so sehr ich das auch von ganzem Herzen und mit ganzer Kraft wollte. Ich habe alles getan, was ich konnte, um Gott zu begegnen und zum Reden mit mir zu bringen. Ich wollte Gott spüren und fand Ihn nicht. Ich konnte bestenfalls für Gott arbeiten, aber nicht durch Ihn – was für ein Unterschied ist das aber. Dienst in meiner Kraft oder in Seiner Kraft – was für ein Unterschied!

Jetzt läuft es anders herum. Seine Kraft statt meiner Kraft – ein sehr guter Tausch! Ich habe mich Ihm ganz geschenkt, mit Geist, Seele und Leib – so kann er mich benutzen, wie ER will. Ich will, was Gott will und der Heilige Geist macht dies möglich. Er führt mich und handelt durch mich, Er verbindet mich mit Jesus und Seiner Vollmacht, Er birgt mich in den Armen des Vaters, durch Ihn kann zu Gott “Vati” und sogar “Papa” sagen. Der Heilige Geist – die Fülle des Heiligen Geistes – tut mir so gut, ebenso wie meinen Mitmenschen. NIE MEHR OHNE!!!

Dass es für Christen mehr gibt als die Versiegelung mit dem Heiligen Geist nach ihrer Bekehrung, lässt sich auch aus der Begebenheit der Wahl der ersten Diakone in der Gemeinde
ableiten. Die Diakone wurden mitten aus der Gemeinde von bekehrten und damit mit dem Heiligen Geist versiegelten Christen herausgewählt. Ein Kriterium für ihre Wahl war, dass sie voll Heiligen Geistes sein sollten (Apostelgeschichte 6, 1-7). Wozu die Maßgabe dieses Extra-Kriteriums für ihre Auswahl, wenn doch angeblich alle Christen “voll” Heiligen Geist sind und somit eine zusätzliche Geisterfüllung oder Geisttaufe nicht mehr nötig ist? Hier zeigt sich, dass nach der Versiegelung der Christen mit dem Heiligen Geist auch eine weiterführende Erfüllung des ganzen Menschen mit dem Heiligen Geist, was oft Geisttaufe genannt wird, erfolgen sollte. “Voll” Heiligen Geistes werden – das heißt, Gott darum zu bitten und den Heiligen Geist einzuladen, den kompletten Menschen, Christen einzunehmen – an Geist, Seele und Leib.

Dieses inzwischen fast verteufelte Wort “Geisttaufe” beschreibt doch genialerweise den gleichen Akt, wie die Wassertaufe. Eine echte Wassertaufe (in biblischem Sinne eintauchen, untertauchen) demonstriert das komplette Ein- Untertauchen des ganzen Menschen in das reinigende und lebensspendende Wasser als Reaktion auf seine festgemachte Bekehrung. Man entscheidet sich dafür, diesen Schritt der Wassertaufe gehen zu wollen, wenn man sich bekehrt hat. Sie geschieht nicht automatisch! Der ganze Mensch ist dabei von diesem Wasser umgeben. Dies geschieht äußerlich. Das gleiche passiert innerlich bei der Geisttaufe. Der Mensch entscheidet sich nach seiner Bekehrung dafür, auch innerlich ganz von diesem lebensspenden heiligendem Wasser (eine der Formen des Heiligen Geistes – neben Feuer, Wind etc) ausgefüllt zu werden. Wie bei der Wassertaufe soll der ganze Mensch innerlich von diesem Wasser erfüllt (durchtränkt) werden; nicht nur ein bisschen. Auch dies geschieht – genauso wenig wie die Wassertaufe – automatisch.

Wasser- wie auch Geisttaufe werden uns nur zu Teil, wenn wir uns nach unserer Bekehrung dafür entscheiden, sie haben zu wollen. Wer könnte mich von weniger überzeugen? Wenn Christen sich mit weniger zufrieden geben, ist das schade – aber o.k. für sie. Wenn Christen an nicht mehr als ihre Versiegelung als die ultimative Gabe des Heiligen Geistes glauben wollen, ist das o.k. Aber mir das, was ich habe, als unbiblisch absprechen zu wollen – was ist das???

Und nun noch eine Frage an dich, lieber Leser:

Kannst du mir guten Gewissens sagen, dass du VOLL HEILIGEN GEISTES bist? Hast du neben deiner Wassertaufe auch die Geisttaufe beansprucht und empfangen? Bist du randvoll abgefüllt mit der Gegenwart der Person des Heiligen Geistes? Fließt du über von seiner Kraft, seinem Tun?

Nun will ich im Folgenden biblisch belegen, warum neben der Wasser- auch die Geisttaufe von Gott für uns Christen bereitgestellt und erstrebenswert ist.

Zunächst, zum besseren Verständnis, ist es erst mal gut zu sehen, welcher Unterschied zwischen dem Sohn und dem Heiligen Geist besteht, bzw. welcher Unterschied zwischen beiden in ihrem Wirken hier auf der Erde, in – an – durch uns besteht.